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Wesen und Charakter

Verhalten und Wesen der Schlittenhunde

Die Schlittenhunde, deren Tatendrang mit einer tiefverwurzelten Jagdleidenschaft verbunden ist, entwickeln sich dank ihrer grossen Selbständigkeit schnell zu begeisterten Jägern und Entdeckern. überlässt man seinen unangebundenen Schlittenhund längere Zeit sich selbst, kann man damit rechnen, schon bald die ersten Beschwerden der Nachbarn oder der Bewohner entfernterer Strassenzüge zu erhalten.

Man wundere sich auch nicht, wenn der Hund trotz weiter Ausflüge zu Appetitlosigkeit neigt. Das liegt vermutlich daran, dass er sich kurzerhand zum Selbstversorger erklärt hat und die frisch eingetroffenen Entenküken des übernächsten Nachbarn gerupft und teilweise verschlungen hat.

Eines ist sicher: Der Schlittenhund kehrt immer von seinem Ausflug nach Hause zurück - den Zeitpunkt dieser Rückkehr aber bestimmt er.

Schlittenhunde besitzen einen schier unermüdlichen Bewegungsdrang. Sie müssen die Möglichkeit haben, diese Energien wenigstens teilweise abzubauen.

Lange Wanderungen mit seinem Herrn bereiten dem Schlittenhund Vergnügen. Begeisterung aber löst man bei ihm erst aus, wenn man sich auf das Fahrrad setzt und mit ihm zusammen eine längere Strecke zurücklegt.

Unverantwortlich wäre es, Kinder mit einem Schlittenhund an der Leine spazierengehen zu lassen. Kein Kind hat die Kraft, ein ausgewachsenes Tier, das sich etwas vorgenommen hat, festzuhalten. Kinder haben darüber hinaus die Angewohnheit, im Falle eines Hundekampfes dazwischenzugehen, um ihren Liebling zu retten. Das jedoch ist sehr gefährlich und die oft schweren Folgen eines solchen Handelns sind voraussehbar.

Es gibt für den Schlittenhund keine grössere Freude, als im Gespann vor dem Trainingswagen oder dem Schlitten zu laufen. Dazu müsste man jedoch mehrere Schlittenhunde halten. Ein Vorteil läge darin, dass mehrere Hunde sich hervorragend spielerisch miteinander beschäftigen und dadurch einen grossen Teil ihrer überschäumenden Kraft abbauen. Bei mehreren Exemplaren dieser Rasse ist es noch wichtiger, die Tiere unter Kontrolle, also am besten hinter einer Umzäunung (bis ca. 1.80 m, zusätzlich ca. 0.5 m in den Boden, da diese Rasse sehr gerne und effektiv gräbt) zu halten, da man sich leicht vorstellen kann, welchen Schaden im Tierbestand der Umgebung ein freilebendes (wenn auch kleines) Rudel dieser naturnahen und ursprünglichen Rasse anrichten könnte.

Der Schlittenhund ist trotz der Freiheitsliebe und seines Entdeckerdranges ein sehr zutrauliches Tier. Selbst gegenüber Fremden verhält er sich offen und freundlich. Diese Verhaltensweise ist auf die Lebensform der Menschen zurückzuführen, die in der Weite und Einsamkeit der Arktis froh sind, wenn andere zu ihnen stossen. Ihre Hunde sollen diesen Fremden freundlich gegenüberstehen und sie nicht durch übersteigerte Schärfe vertreiben.

Schlittenhunde sind keine Wachhunde. Nicht jeder Hund bellt, sobald sich seinem Bereich jemand nähert. Niemals werden sie dem Fremden gegenüber ein aggressives Verhalten zeigen, dies wäre ein grober Wesensfehler, der übrigens in Amerika zum Ausschluss bei Ausstellungen führt.

Schneeschaufeln

Die ausgesprochene Freundlichkeit, die Zuverlässigkeit ihres Wesens und die fast alberne Verspieltheit machen diese Hunde zu beliebten Familien- und Begleithunden.

Der Schlittenhund liebt seinen Herrn über alles; die anderen Familienmitglieder erkennt er als zum Rudel gehörend an. Kinder haben in seiner Vorstellung nur den Rang eines Welpen. Man spielt mit ihnen, man erzieht sie, aber man nimmt sie nicht ganz ernst. Ersteres und letzteres helfen dem Schlittenhund, einige doch ziemlich brenzlige Situationen mit einem (Klein-)Kind ohne Probleme zu meistern. Manchmal nimmt ihr Verhalten fast eine gewisse Gleichgültigkeit an. Sollte es jedoch für den Hund langweilig werden, so fordert er auch sehr oft das Kind zum spielen auf.

Kommt einmal ein kleinerer fremder Hund auf das Grundstück, auf dem der Schlittenhund zu Hause ist, kann es geschehen, dass er ihn vom Grundstück entfernt, indem er mit Schnauze unter den Hund geht, ihn anhebt und auf diese Weise über den niedrigen Zaun wirft. Ein ähnliches Verhalten hat man bei Wölfen beobachtet.

Schlittenhunde sollte man nach Möglichkeit draussen im Zwinger halten, um einer Verweichlichung vorzubeugen. Sie können bei jedem Wetter ausserhalb des Hauses leben. Bei Schneefall lassen sie sich oft ganz einschneien, bis dann nur noch kleine Erhebungen im Schnee darauf hindeuten, dass da womöglich ein Hund liegt. Die Tiere rollen sich ein und legen ihre Rute als Schutz über die Nasenlöcher, so macht ihnen der Schnee nichts aus. Stösst man seinen Pfiff aus, gerät der kleine Schneeberg langsam in Bewegung und der Schlittenhund kommt frisch und freundlich hervor.

Unter den Schlittenhunden findet man selten wirkliche "Kläffer". Selbstverständlich können sie bellen, aber das beschränken sie auf ein Minimum, was von den Nachbarn als äusserst angenehm empfunden wird. Statt eines Bellen, heult ein Schlittenhund öfters. Dies kann ausgehend von verschiedenen Situationen entstehen wie z.B. Kirchenglockengeläut, Sirenen einer Ambulanz oder einfach aus Freude, weil sein Herr nach Hause kommt.

Kann der Hund eigentlich unser Klima vertragen ? Diese Frage beschäftig jeden, der daran denkt, sich einen Schlittenhund anzuschaffen. Grundsätzlich ist dazu zu sagen, dass Schlittenhunde seit vielen Jahren selbst im sonnenreichen Kalifornien gehalten werden.

Man muss sich vor Augen führen, dass in Alaska im Winter Temperaturen von minus 40C herrschen, diese aber im kurzen Hochsommer durchaus plus 35C erreichen können. Die Hunde passen sich Temperaturunterschieden von fast 80C mühelos an.

Natürlich wäre es unsinnig, einen Schlittenhund bei hochsommerlichen Temperaturen durch die Mittagshitze zu jagen. Unser gesunde Menschenverstand 'verbietet' es uns ja selber, in grosser Hitze allzugrosse Anstrengungen zu leisten, also sollten wir dies auch nicht von unseren Schlittenhunden erwarten.

Der Schittenhnd als Renommierstück

Entschliesst man sich zum Erwerb eines Schlittenhundes, darf man sicher sein, ein Tier zu besitzen, das zu jeder Zeit ein anschmiegsamer, aufmerksamer Begleiter auf allen Wanderungen ist und das auch immer wieder Aufsehen erregt. Nicht selten bilden sich ganze Trauben von Menschen um einen, die alle viele Fragen zu den Hunden haben.

Das könnte dazu verleiten, einen Schlittenhund als reines Renommierstück zu kaufen und ihn anstelle einer Bodenvase in den Hausflur zu setzen. Sie würden aber wenig Freude an dem unausgeglichenen Hund haben, wenn er nur diese Funktion erfüllte. Man sollte sich dann vielleicht doch lieber zum Kauf einer Bodenvase entschliessen.

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